Am 15. September ist PARK(ing) Day – mach mit!

Tanja NeyNachhaltige Kommunikation0 Comments

parking day

Traditionell werden am dritten Freitag im September Parkräume in kleine Parks verwandelt und für andere Zwecke genutzt, als an den restlichen 364 Tagen im Jahr. Der PARK(ing) Day, wie er offiziell genannt wird, feiert in diesem Jahr seinen 13. Geburtstag und lädt alle Menschen zur Re-Urbanisierung ihrer Städte ein. Entstanden ist die Idee 2005 in San Francisco, wo einst ein Design-Kollektiv einen Meter Parkraum für sich mittels Parkticket okkupierte, jedoch kein Fahrzeug dort hinstellte, sondern einen Raum, respektive PARK, für Begegnungen schaffte.

Allein dieses Ereignis reichte, um eine Bewegung ins Rollen zu bringen, die sich von San Francisco aus auch in unsere Breitengrade erstreckte und Menschen motivierte, sich (öffentlichen) Raum zu schaffen. Die Message des PARK(ing) Days: Die Menschen für ihren öffentlichen Raum zu sensibilisieren und neue Freiräume zu erobern. Raum sichtbar machen, der sonst anderweitig genutzt wird. Räume zu nutzen, die sonst keinen Platz für Interaktion bieten. Platz zu schaffen für mehr Raum. Für Menschen.

Am 15. September ist es also soweit. Der PARK(ing)day nimmt weltweit seinen Lauf. Aber wie kann ich teilnehmen? Was muss ich beachten? Und wie wird meine Aktion an diesem Tag auch wirklich erfolgreich?

Wir geben euch an dieser Stelle die wichtigsten Tipps mit auf den Weg, die zu einem gelungenen Aktionstag beitragen.

1. Muss ich die Aktion irgendwo anmelden?

Ja, es war einmal eine revolutionäre Idee, die leicht umgesetzt werden konnte: Man ziehe einfach einen Parkschein (bzw. warf man damals noch etwas Kleingeld in die Parkuhr) und stelle statt eines Autos einfach diverse Möbelstücke, ein Stück Rollrasen, vielleicht einen Kicker oder anderes unterhaltsames Inventar auf das „angemietete Grundstück“. Fertig war der eigene „Park“. Man hatte ja ihn ja schließlich auch für eine gewisse Zeit „angemietet“.

Ganz so einfach ist es heute nicht mehr, wenn man dem Ärger mit Ordnungsamt & Verkehrsüberwachung von vornherein entgehen möchte. Es empfiehlt sich, die geplante Aktion als Sondernutzung, Versammlung oder gar als Eilversammlung anzumelden.

Die Sondernutzung erlaubt eine gesonderte Nutzung öffentlicher Verkehrsflächen für andere Zwecke (als vorgesehen). Hier empfiehlt sich die Anmeldung als „Infoveranstaltung“ bei der entsprechenden Kommune. Für unseren Sitz in Bonn wäre dies der richtige Ansprechpartner.

Eine Versammlung fällt unter das Versammlungsrecht und muss bei der zuständigen Polizeidienststelle (hier für Bonn) angemeldet werden. Die Versammlung findet unter freiem Himmel statt und muss spätestens 48 Stunden vor ihrer Bekanntgabe (Ort, Uhrzeit, Anliegen) angemeldet werden. Mindestens zwei Personen sind als Versammlung zu bezeichnen, wobei die Teilnahme öffentlich möglich sein muss. Es handelt sich nicht um einen geschlossenen Verbund von Menschen.

Die sogenannte Eilversammlung ist beim Ordnungsamt anzumelden und kann, wie der Name schon sagt, kurzfristig erfolgen. Die Bedingungen entsprechen denen der o.g. Versammlung nur dass hier ein Grund für die Kurzfristigkeit benannt werden muss. Der PARK(ing) Day Leipzig empfiehlt z.B. als Ziel „die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung zum Thema nachhaltige Mobilität und Nutzung des öffentlichen Raums. Es geht darum, Passanten aktiv anzusprechen, sie zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

2. Muss ich einen Parkschein ziehen? 

Solltest du keine der obigen Anmeldungen vornehmen, dann musst du auf jeden Fall einen Parkschein ziehen.

3. Wie kündige ich meine Aktion am besten an?

Am einfachsten ist es, dein Event in den sozialen Medien zu teilen. Möglicherweise kannst du sogar bei Facebook eine Veranstaltung erstellen, die auf die Aktion hinweist. Beachte aber in diesem Fall unbedingt die zeitlichen Vorgaben bei der Anmeldung als (Eil-)Versammlung (siehe oben).

4. Was benötige ich an Ausstattung?

Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen. Bau dir deinen eigenen kleinen PARKplatz. Sitzgelegenheiten für gute Gespräche, wohnliche Deko, vielleicht auch ein Kicker oder eine andere interaktive Aktion, um Gäste anzulocken, ein Teppich, Rollrasen, Hängematten, Blumen… Nichts ist unmöglich und alles erlaubt, was gastfreundlich und einladend ist. Die Hauptsache ist: Der Parkplatz wird zum PARKplatz. Auf der Original PARK(ing) Day Seite findest du neben einem Handbuch, Logos und dem PARK(ing) Day Manifesto auch Poster, die du für deinen PARK nutzen kannst.

5. Welche Aktionen sind sinnvoll? 

Alles was sinnvoll ist. Im Ernst: Du kannst hier einfach mit Leuten quatschen, lachen, diskutieren, picknicken, Musik machen, lesen… Alles was dein Park hergibt. Natürlich macht es Sinn, wenn deine Gäste verstehen, warum du diesen Zirkus veranstaltest. Vielleicht kannst du Flyer vorbereiten, den Hashtag irgendwo prominent anschreiben (Straßenkreide eignet sich da besonders gut!) oder aktiv mit Gästen und Passanten ins Gespräch kommen.

5. Wie bleibt meine Aktion nachhaltig?

Auch hier empfehlen wir eine Dokumentation in den sozialen Medien. Mache möglichst aussagekräftige Photos deines Events, drehe ggf. sogar kleine Videos mit O-Tönen von Besuchern deines „Parks“, sammle O-Töne und teile diese in den sozialen Netzwerken. Bei Instagram z.B. empfiehlt sich die Verwendung entsprechender Hashtags wie #parkingday oder #parkingday2017 #parkingdaydeinestadt usw. Du wirst entsprechend andere Einträge finden und somit Teil einer großen Community.

 

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Umsetzung!

Hier bekommst du einen kleinen Einblick in eine unserer Aktionen beim  PARK(ing) Day in Bonn.

 

 

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